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30.01.2006
Die Luftwaffe hat seit einigen Jahren eine Luftevakuierungseinheit für den Transport von Kranken und Verwundeten. Die Evakuierung wird oft in Zusammenarbeit mit unseren Alliierten vorgenommen, in den Konflikten, die wir weltweit lösen helfen. Der Kranke oder Verwundete kann bei Bedarf unter Begleitung nach Dänemark geflogen werden, genauso wie Zivilisten, die eine entsprechende Krankenversicherung haben. In den letzten Jahren sind dänische Einheiten in immer grösseren Entfernungen stationiert worden und ihre Zahl ist wesentlich höher als früher. Das hat die Luftevakuierung zu einem wesentlichen Teil unserer internationalen Missionen gemacht. Wenn ein oder mehrere schwer Verwundete nach Hause geflogen werden müssen, wird oft ein Herkules-Flugzeug mit einem Intensivstationsmodul verwendet. So kann der Patient während des Heimtransports auf der Intensivabteilung liegen, was ausgezeichnet funktioniert. Es gibt aber eine Kategorie von Patienten, wo der Flugtransport über lange Strecken riskant ist: mit einer schweren Lungenverletzung, von einer Explosion oder Infektion verursacht, kann die Aufnahme von Sauerstoff im Blut so niedrig sein, dass selbst eine Respiratorbehandlung nicht ausreichend ist. Der Lungenschaden heilt in einigen Fällen von selbst, die Heilungsphase kann aber kritisch sein. Einen solchen Patienten würde man kaum auf einem Feldhospital versorgen wollen – den Patienten per Flugzeug zu transportieren, wo der Luftdruck fällt und damit die Sauerstoffeinnahme beeinträchtigt wird, kann aber die Situation verschlimmern. Selbst wenn das Flugzeug mit einer Druckkabine ausgestattet ist, ist eine verringerte Sauerstoffzufuhr nicht zu umgehen. Seit einigen Jahren weiss man, dass man im Prinzip die Lungenfunktion mit einer künstlichen Lunge (einem Oxigenator) ergänzen kann, die das Blut mit Sauerstoff bereichert. Dazu verwendet man eine Herz-Lungenmaschine, die aber für solche Transporte zu kompliziert ist. Neue Technik hat jetzt ermöglicht, das Prinzip der künstlichen Lunge mobil zu machen, ohne Verwendung von Pumpen und der sonstigen Ausstattung, die erforderlich sind, das Blut ausserhalb des Körpers mit Sauerstoff zu versorgen. Eine Kanüle wird in die Leistenpulsader angebracht, so dass das Blut in den Oxigenator pulsiert und von da in eine andere Kanüle weitergeleitet wird, die in der Vene angebracht ist. Im Oxigenator wird das Blut mit Sauerstoff bereichert. Das Verfahren sichert einen erheblichen Sauerstoffzuschuss bei Lungeninsuffizienz. Die Luftwaffe hat zusammen mit der Universität Århus und dem Krankenhaus in Ålborg das Prinzip bei Tierversuchen getestet. Zwei Ferkel wurden stark betäubt, so dass ihre eigene Atmung aussetzte und von einem Respirator übernommen wurde. Absichtlich wurde die Sauerstoffzufuhr ungenügend dosiert. Die künstliche Lunge wurde angeschlossen – und Blutproben konnten nachweisen, dass die Sauerstoffzufuhr ausreichend war. Das Verfahren wurde danach bei einem Lufttransport nachgeprüft: die Reise begann um 8 Uhr morgens an der Uni Århus und endete kurz nach Mitternacht auf Grönland. Benutzt wurden ein Krankenwagen und ein Herkulesflugzeug, wo die Ferkel in derselben Weise angebracht wurden wie sonst Patienten auf der Intensivstation. Der Zustand der beiden Versuchstiere war während der ganzen Reise sehr gut. Sie schliefen tief und bekamen während der ganzen Zeit genügend Sauerstoff. Nach dem Versuch wurden sie eingeschläfert, so wie es das Tierschutzgesetz vorschreibt. Das Resultat dieser Versuchsreihe war so gut, dass die Luftwaffe die Benutzung der neuen Behandlung plant und erwartet, das Verfahren den alliierten Luftwaffen anbieten zu können. Quelle: http://forsvaret.dk
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